Mara stand am Hoftor und konnte nicht atmen. Ihr Vater saß auf der Bank vor dem Haus — in seiner alten, speckigen Lederweste, die Hände auf einen geschnitzten Stock gestützt, das weiße Haar zerzaust vom Wind. Er schälte einen Apfel. Ganz ruhig, als wäre nichts geschehen. Dabei war er tot. Angeblich. Seit drei Tagen.
Sie hatte den Anruf am Donnerstagabend bekommen. Es war kurz vor neun. Mara saß noch im Büro in Berlin, starrte auf drei Bildschirme und versuchte, einen Fehler in der Quartalsbilanz zu finden, als ihr Handy summte. Eine Nummer aus der alten Heimat. Aus dem Bayerischen Wald, wo sie seit über zwanzig Jahren nicht mehr gewesen war.
„Mara, Kind. Hier ist die Nachbarin, die Resi. Du musst kommen. Dein Vater. Er ist heute Nacht gestorben. Einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.“
Die Tastatur unter ihren Fingern fühlte sich plötzlich an wie Eis. Sie hatte die Verbindung gekappt, ohne ein Wort zu sagen. Dann saß sie da, im Großraumbüro, umgeben von summenden Computern und leeren Schreibtischen, und spürte nichts. Zuerst. Dann kam die Übelkeit.
Ihr Vater. Wolfgang Steiner. Der Mann, der sie nach dem Unfall ganz allein großgezogen hatte. Ihre Mutter war gestorben, als Mara drei war. Ein Aneurysma, kurz nach dem Mittagessen. Der Vater hatte nie wieder geheiratet. Stattdessen hatte er seine kleine Pension im Wald geführt, sechs Zimmer mit Holzbalkonen und einem Ofen in jeder Ecke. Er hatte Maras Schulbrote geschmiert, ihre Matheaufgaben kontrolliert und ihr beigebracht, wie man einen Regenwurm auf den Haken zieht, ohne sich zu ekeln.
Sie war in die große Stadt gegangen. Studium, Karriere, ein Job bei einer Unternehmensberatung mit einem Gehalt, von dem ihr Vater nur träumen konnte. Sie hatte es ihm einmal vorgerechnet, am Telefon. 6800 brutto. Er hatte nur gelacht und gesagt: „Kind, das ist mehr, als ich im ganzen Jahr verdiene. Aber sag mal, wann kommst du eigentlich wieder heim?“
Heim. Dieses Wort. Es hatte sich in ihr festgesetzt wie ein Splitter. Sie war nie mehr heimgekommen. Erst hatte sie ein wichtiges Projekt vorgeschoben. Dann eine Beförderung. Dann einen neuen Freund, einen Architekten mit Segelboot und Loft in Kreuzberg. Die Jahre verflogen: erst drei, dann fünf, dann sieben. Aus Anrufen wurden Kurznachrichten. Aus Besuchen wurden Pakete zu Weihnachten. Eine bestickte Tischdecke, ein Krug Honig von den eigenen Bienen, ein handgeschnitzter Weihnachtsengel — und immer ein Zettel dabei in seiner krakeligen Schrift: *Hab dich lieb, Mara. Melde dich mal.*
Sie hatte sich nie gemeldet. Nicht richtig.
Und jetzt saß sie in einem Mietwagen, den sie am Flughafen München genommen hatte, und fuhr durch die Nacht. Acht Stunden auf leeren Autobahnen. Draußen zog der Bayerische Wald vorbei — erst nur dunkle Umrisse, dann die ersten schneebedeckten Tannen im Scheinwerferlicht. Sie fuhr und fuhr und dachte an den letzten Anruf. An seine Stimme, die plötzlich so brüchig geklungen hatte. Nicht mehr der laute, lachende Mann mit dem tiefen Bass, sondern ein alter Mensch, der nach Luft rang zwischen den Worten.
„Mara, ich war beim Arzt. Nichts Schlimmes, sagt er. Aber ich müsste ein bisschen kürzertreten. Hättest du vielleicht Zeit für ein Wochenende?“
„Papa, ich hab nächste Woche eine Präsentation vor dem Vorstand. Aber danach, also im Sommer bestimmt. So Mitte August. Moment, da ist die andere Leitung. Wir telefonieren später, ja?“
Sie hatte nie zurückgerufen. Und der Sommer war vorbeigegangen, und der Herbst, und der Winter. Und jetzt war er tot.
Das Dorf lag im ersten Licht des Morgens. Wenige Häuser, verstreut zwischen Hügeln und verschneiten Wiesen. Die Pension am Ende der Straße, ein großes Holzhaus mit grünen Fensterläden, die in der Kälte quietschten. Der Schornstein qualmte. Mara sah es sofort, als sie um die letzte Kurve bog. Rauch. Dicker, schwarzer Rauch, der aus dem Kamin in den blassblauen Himmel stieg.
Sie dachte: *Das kann nicht sein. Wenn er tot ist, wer heizt dann den Ofen?*
Ihre Füße wurden schwer, als sie die letzten Schritte ging. Der Kies knirschte unter ihren Schuhen. Das Hoftor stand offen. Die alte Linde war mit Schnee bestäubt. Und da, auf der Bank, direkt neben der Haustür, saß er. Sein Gesicht war schmaler geworden, die Wangen eingefallen, die Hände voller Altersflecken. Aber die Augen — seine Augen waren dieselben. Klar und wach und voller Leben.
Er sah sie, und ein Lächeln glitt über seine Lippen. „Na also. Da bist du ja.“
Maras Tasche fiel in den Schnee. Ihr Schal löste sich und flatterte davon. Sie stand da, starrte ihn an, und ihr Gehirn weigerte sich zu begreifen. Tot. Er sollte tot sein. Warum saß er dann da und aß diesen Apfel, so ruhig, als wäre es der dritte Dezember 1982 und sie käme aus der Schule?
Dann griff die Wut. Heiß, kalt, alles gleichzeitig. Ihr Magen zog sich zusammen.
„Du…“ Mehr brachte sie nicht heraus. Ihr Hals war zugeschnürt, aber nicht von Trauer. Von Zorn.
Ihr Vater legte den Apfelrest vorsichtig auf die Bank, griff nach seinem Stock und stand auf. Es dauerte einen Moment. Die Beine wollten nicht so recht. „Ja, ich weiß. Du denkst, ich bin ein Geist. Aber ich bin’s wirklich. Dein Vater. Aus Fleisch und Blut. Komm rein, ich erklär’s dir.“
„Die Resi hat mich angerufen“, sagte Mara. Ihre Stimme klang fremd, flach. „Sie hat gesagt…“
„Ich hab sie drum gebeten.“ Sein Ton war ruhig, fast sachlich.
Mara trat einen Schritt zurück. Ihr Atem stieß kleine Wolken in die frostige Luft. „Du hast sie *gebeten*? Du hast ihr gesagt, sie soll mir erzählen, dass du tot bist?“
„Mhm. Sonst wärst du doch nie hergefunden.“ Er sah sie an, und da war etwas in seinem Blick, das tiefer saß als bloßer Spott. Aber Mara sah es nicht. Sie sah nur die Lüge.
„Du hast mich angelogen. Du hast die Resi angelogen. Du hast mich acht Stunden durch die Nacht fahren lassen, mit einem toten Vater im Kopf. Weißt du, wie das war? Wie das riecht, wenn man denkt, man kommt zu spät für immer?“ Ihre Stimme wurde lauter. In den Fenstern des Nachbarhauses bewegte sich ein Vorhang.
„Ich weiß, es war…“
„Nichts weißt du!“ Sie bückte sich, riss ihre Tasche aus dem Schnee. „Ich fahr wieder. Ich hab Urlaub genommen für eine Beerdigung, nicht für einen alten Mann, der mich verarscht.“
Sie drehte sich um und ging zum Wagen. Der Kies knirschte. Sie war fast an der Tür, als sie hinter sich ein Geräusch hörte – kein Wort, nur ein dumpfer Schlag, ein Keuchen, dann Stille.
Sie wirbelte herum. Ihr Vater lag auf dem Boden, halb auf dem Weg, halb im Schnee. Der Stock war ihm aus der Hand gerollt. Sein Gesicht war grau, die Augen offen, aber der Mund verzog sich zu einer Grimasse, die kein Schmerz war, sondern etwas anderes – Atemnot. Der Brustkorb hob sich ruckartig, unregelmäßig.
Die Tasche fiel wieder. Mara rannte, rutschte im Schnee, war bei ihm. „Papa! Was ist? Papa!“
Er versuchte etwas zu sagen, aber es kam nur ein Pfeifen. Seine Hand krallte sich in ihren Ärmel. Mara griff nach ihrem Handy, wählte 112, während sie mit der anderen seinen Kopf stützte. Der Schnee schmolz unter seinen Haaren. Die Minuten dehnten sich. Sie redete auf ihn ein, sinnloses Zeug: „Bleib wach, bleib bei mir, die kommen gleich, bleib wach.“ Und dabei dachte sie: *Jetzt. Jetzt stirbt er wirklich. Jetzt werde ich ihn verlieren, und das Letzte, was ich gesagt habe, war, dass ich abhaue.*
Der Krankenwagen kam nach zwanzig Minuten. Der Notarzt sprach von Herzrhythmusstörungen, von Medikamenten, die der Vater wohl nicht regelmäßig nahm, von einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus zur Beobachtung. Mara nickte nur. Sie saß auf der Bank, auf der noch der angebissene Apfel lag, und sah zu, wie sie ihn auf die Trage hoben.
Die Resi kam herübergelaufen, eine Hand vor dem Mund. „Um Gottes willen, die Aufregung, ich hab’s ihm gleich gesagt, Wolfgang, hab ich gesagt, das ist keine gute Idee mit dem Anruf, aber er war so stur…“
„Es war eine beschissene Idee“, sagte Mara. Sie stand auf. „Aber ich bleib jetzt hier. Wegen dem da drin.“ Sie zeigte auf die Sanitäter, die die Türen schlossen. „Nicht wegen seiner Idee. Weil er sonst wieder irgendwas anstellt, wenn ich nicht da bin. Können Sie mich zum Krankenhaus fahren?“
Drei Tage. Drei Tage lang saß Mara an seinem Bett im Kreiskrankenhaus Zwiesel. Der Vater war stabil, aber schwach. Die Ärzte redeten von einem „Warnschuss“. Er selbst sagte wenig. Meist lag er da und sah aus dem Fenster, wo die verschneiten Hügel lagen, und wenn Mara ihm Wasser reichte oder das Kissen zurechtrückte, nickte er nur.
Am vierten Tag holten sie ihn heim. Die Resi hatte die Pension warmgehalten, den Ofen mit frischem Buchenholz gefüttert, einen Topf Rindssuppe auf den Herd gestellt. Als Mara den Vater durch die Tür führte, blieb er stehen und sah sich um – die karierte Tischdecke, die angeschlagenen Tassen mit den Edelweißblumen, die Petroleumlampe über dem Tisch. Er sagte nichts. Er ging zum Ofen, legte eigenhändig zwei Scheite nach und setzte sich auf die Bank daneben.
Am Abend aßen sie schweigend die Suppe. Mara räumte die Teller ab, stellte sie ins Spülbecken. Dann holte sie aus ihrer Tasche einen Laptop und ein Ladegerät.
„Ich hab mit der Firma telefoniert. Ich kann vier Wochen von hier arbeiten. Mobiles Büro. Wenn die Leitung hält. Danach mal sehen.“ Sie klappte den Laptop auf, starrte auf den Bildschirm. „Ich bin nicht wegen der Lüge geblieben. Sondern weil ich keine Lust hab, dass die Resi mich nochmal anruft, und dann ist es diesmal die Wahrheit. Also sitz ich jetzt hier und arbeite. Und du nimmst deine Medikamente. Hast du verstanden?“
Er nickte nur. Dann stand er auf, ging zum Kühlschrank und holte eine Flasche Apfelmost heraus. Die mit der handgeschriebenen Etikette: *Für Mara. Herbst 2022.* Er stellte zwei angeschlagene Gläser auf den Tisch und goss ein.
Sie tranken. Keiner sprach. Draußen schrie ein Fuchs.
Am nächsten Morgen wachte Mara im Gästezimmer auf, im selben Bett, in dem sie als Kind geschlafen hatte. Die Matratze war hart, die Daunendecke roch nach Kernseife und altem Holz. Sie blieb liegen und lauschte. Aus der Küche drang leises Klappern.
Sie zog sich an und ging nach unten. Ihr Vater stand am Tisch und schälte einen Apfel. Kein Wort über gestern. Er schob ihr einen Teller mit Brot und Honig hin. „Die Hühner warten. Vier Stück, die Alte hat wieder gebrütet. Der Fuchs war letzte Woche da, hat zwei geholt. Musst die Klappe am Stall zumachen heute Abend, ich vergess das immer.“ Er kaute langsam. „Nachher zeig ich dir den Holzstapel. Der hinterm Schuppen. Buchenholz, zwei Raummeter. Hab ich im Oktober gespalten, aber es reicht nicht für den ganzen Winter. Wenn du hacken willst, die Axt hängt in der Scheune.“
Mara strich Honig aufs Brot. „Zwei Raummeter? Wie viel brauchst du denn?“
„Drei mindestens. Der Ofen zieht wie ein Loch.“
„Dann hack ich heute Nachmittag. Nach der Telefonkonferenz um eins.“ Sie biss ab, kaute. „Zeigst du mir, wie du die Säge ansetzt? Ich hab keine Ahnung von Motorsägen. Nur von Bilanzen.“
Er lachte leise. Es war das erste Lachen, seit sie angekommen war. „Bilanzen. Deine 6800 brutto. Hast du sie eigentlich noch? Die Abrechnung? Ich hab sie aufgehoben. Steckt in der Schublade unterm Küchentisch, ganz unten. Zusammen mit deinem ersten Schulzeugnis. Mathe: Eins. Deutsch: Zwei. Betragen: könnte besser sein.“ Er grinste.
Mara musste grinsen, gegen ihren Willen. „Betragen war immer dein Lieblingsfach, oder?“
„Das einzige, wo du nie eine Eins hattest.“ Er nahm einen Schluck Kaffee. „Geh jetzt zu den Hühnern. Der Hahn heißt übrigens Josef. Wie der Heilige. Pass auf, er hackt gern nach Fremden. Bist du für ihn noch, nach achtzehn Jahren.“
Der Nachmittag verging mit Motorsäge und Axt. Mara holte sich eine Blase am Daumen, trotz der Handschuhe, die ihr Vater ihr wortlos hinhielt. Er selbst setzte sich auf einen Hackklotz, den Stock quer über den Knien, und sah zu. Manchmal sagte er: „Nicht so steil, mehr von der Seite.“ Oder: „Nimm das kleinere Scheit, die Großen spalt ich.“ Sie spaltete trotzdem die großen. Nach zwei Stunden hatte sie drei Stapel aufgeschichtet, und ihr Rücken schmerzte, aber da war etwas, das sich richtig anfühlte. Ein Rhythmus aus Heben, Zuschlagen, Aufstapeln. Kein Denken.
Abends saßen sie wieder in der Küche. Mara hatte den Laptop zugeklappt. Ihr Vater schenkte Most ein, ohne zu fragen. Das Glas beschlug sofort in der warmen Stube. Draußen war es dunkel, nur die Petroleumlampe warf flackernde Schatten an die Holzwand.
„Papa?“
„Hm?“
„Dieser Trick mit der Resi. Wenn du das nochmal machst…“
„Weiß ich. Dann erschlägst du mich mit der Axt.“ Er trank einen Schluck. „Keine Sorge. Der Arzt sagt, so eine Herzgeschichte überlebt man kein zweites Mal. Beim nächsten Mal klappt’s dann wirklich.“ Sein Ton war trocken, fast sachlich.
Mara starrte in ihr Glas. „Das ist nicht witzig.“
„Es war auch nicht witzig gemeint.“ Er stellte das Glas ab. Seine Stimme wurde leiser. „Ich hab keine Angst vorm Sterben, Mara. Ich hab nur Angst gehabt vorm Alleinsterben. Das ist ein Unterschied. Der ist jetzt vorbei. Weil du da warst, als es gebraucht wurde. Das reicht. Für mich reicht das.“ Er zögerte. „Der Most ist übrigens von 22. Da hattest du Geburtstag. Hab ich extra aufgehoben. Jetzt ist er alle. War die letzte Flasche von dem guten Jahrgang. Passt. Jetzt brauch ich nichts mehr aufzuheben.“
Mara sagte nichts. Sie stand auf, ging um den Tisch und setzte sich neben ihn auf die Ofenbank. Lehnte sich an seine Schulter. Die speckige Weste roch nach Holzrauch und altem Mann und genau wie früher. Sie blieben so, bis die Lampe zu flackern begann und die Petroleumflasche fast leer war.
Am nächsten Morgen fütterte Mara die Hühner. Josef, der Hahn, hackte tatsächlich nach ihr, traf aber nur den Ärmel ihres Anoraks. Sie fluchte leise, schloss die Klappe und wollte ins Haus zurück, als sie ihn sah. Der Fuchs. Stand keine zehn Meter entfernt am Waldrand, im grauen Morgenlicht, und starrte sie an. Sein Fell war struppig, die Rute buschig, der Blick vollkommen unbeeindruckt.
Mara blieb stehen. Sie hob einen Stein auf, warf ihn nicht, hielt ihn nur in der Hand. Der Fuchs gähnte. Dann drehte er sich um und trottete langsam zurück zwischen die Bäume.
Hinter ihr quietschte die Haustür. Ihr Vater stand in der Tür, die Morgenzigarette im Mundwinkel. Er hatte die alte Wolljacke übergeworfen, die mit den Löchern an den Ellbogen.
„Der holt mir noch alle, wenn’s so weitergeht“, sagte er. „Aber ich mag ihn. Frecher Hund. Hast du die Klappe richtig zugemacht?“
„Ja, hab ich. Der heißt übrigens Reineke. Hab ich getauft.“ Sie warf den Stein in den Schnee. „Was gibt’s zum Frühstück?“
„Rührei. Und frischen Kaffee. Und dann musst du mir von dieser Bilanzgeschichte erzählen. Diesem 6800-brutto-Job. Ob du wenigstens einen guten Stuhl hattest bei der ganzen Sitzerei. Meiner hier ist durchgesessen seit siebenundachtzig, aber ich komm nicht dazu, den neu zu polstern. Vielleicht zeig ich dir nachher auch den Bach. Der ist zugefroren. Früher bist du da Schlittschuh gelaufen, mit den alten Dingern von deiner Mutter. Erinnerst du dich?“
„Nein“, sagte Mara. „Aber ich würd’s gern sehen. Geh rein, es ist kalt, und deine Zigarette brennt dir gleich die Jacke an.“
Er warf einen letzten Blick zum Waldrand, wo der Fuchs verschwunden war. Dann brummte er etwas, das klang wie: „Reineke. Also wirklich.“ Er drückte die Zigarette am Türrahmen aus und ging hinein.
Mara folgte ihm. Der Ofen bullerte, die Pfanne brutzelte. Auf dem Tisch lagen vier Eier, eine halbe Speckschwarte und das Glas mit der alten Axthalbierungskerbe, in dem ihr Vater die Streichhölzer aufbewahrte. Sie nahm es, riss eines an und hielt es an den Herd, bis die Flamme zischte, und in dem Augenblick wusste sie, dass sie nirgendwo anders mehr hinmusste.












